Alltag
„Ich habe das mit meiner Diagnose dann eher so nebenbei erzählt. Und war dann überrascht, dass sich viele unter der Krankheit gar nichts vorstellen konnten. Manche haben das mit einem ganz normalen Durchfall gleichgesetzt, andere haben gleich an das andere Extrem, also an Krebs, gedacht. Aber insgesamt hat es mir schon geholfen, dass ich mit meinen Bekannten darüber gesprochen habe […]
Mit Kollegen und Chefs hab' ich über die Krankheit gesprochen. Viel wichtiger aber ist für mich, dass ich dabei auch an meinem Verhalten etwas geändert habe: Früher hab ich alles in mich „hinein gefressen“; heute „spucke“ ich das raus, und das befreit mich kolossal! Das ist ein unwahrscheinlich gutes Gefühl. Ich musste zum Beispiel richtiggehend lernen, auch einmal Nein zu sagen. Das war für mich sehr schwer. Ich hab mein Leben um 180 Grad herumgedreht: erst einmal ich, dann die Familie und dann sehen wir mal weiter!“
G. M., 51 Jahre
Mit Kollegen und Chefs hab' ich über die Krankheit gesprochen. Viel wichtiger aber ist für mich, dass ich dabei auch an meinem Verhalten etwas geändert habe: Früher hab ich alles in mich „hinein gefressen“; heute „spucke“ ich das raus, und das befreit mich kolossal! Das ist ein unwahrscheinlich gutes Gefühl. Ich musste zum Beispiel richtiggehend lernen, auch einmal Nein zu sagen. Das war für mich sehr schwer. Ich hab mein Leben um 180 Grad herumgedreht: erst einmal ich, dann die Familie und dann sehen wir mal weiter!“
G. M., 51 Jahre
„Die meisten wollen helfen, einen irgendwie geistig und moralisch aufpäppeln. Und sie kommen dann auch vorbei und wollen mich mit auf die Piste nehmen. Ich frage dann immer als erstes: „Habt ihr an meine Toilette gedacht?“ Ich glaube manchmal können sie es auch nicht verstehen, wenn ich mich so fühle, als würdest du beim Luftballon die Luft rauslassen. Ich versuche also einen Mittelweg zwischen Mitmachen und Ruhe zu finden.“
R. H., 41 Jahre
R. H., 41 Jahre
„Ich gehe mit meiner Krankheit ganz offen um und habe das jedem erzählt, der das hören wollte. Ich bin fest davon überzeugt, dass man das auch ganz offensiv sagen sollte. Und ich habe auch das Gefühl, dass das für die Kollegen und meinen Vorgesetzten kein Problem ist. Auch wenn ich heute häufiger mal zum Arzt gehen muss. Vielleicht hat sich der eine oder andere auch mal belästigt gefühlt, aber insgesamt war die Reaktion in den allermeisten Fällen positiv. Natürlich werde ich dann immer wieder mal darauf angesprochen, aber meist nicht im Sinne „du armer Kerl“, sondern man macht doch eher mal ein Witzchen drüber, und das finde ich ganz OK.”
S. M., 49 Jahre
S. M., 49 Jahre
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