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Arthrose an der Wirbelsäule
(Spondylarthrose)

Foto: Mann führt gymnastische Übung durch
Der typische Fall: Schmerzen an der Wirbelsäule

Herbert M. (54 Jahre, 174 cm, 78 kg) klagt seit längerer Zeit über zunehmende Schmerzen, die vom unteren Teil der Wirbelsäule in die Beine ausstrahlen. Vor allem vom Gesäß ziehen sie bis in die Waden. Die Schmerzen treten häufig bei längerem Stehen auf.

Der Hausarzt erkennt bei der Untersuchung, dass Herbert M. sich weder tief nach vorne bücken noch seinen Körper weit nach links oder rechts zur Seite neigen kann. Seine Rückenmuskulatur ist äußerst schwach ausgebildet. Außerdem stellt er eine Wirbelsäulenfehlstellung fest. Im Röntgenbefund zeigt sich eine Spondylarthrose, ein Verschleiß der Zwischenwirbelgelenke im Lendenwirbelsäulenbereich. Die Bandscheiben weisen keine Schädigungen auf. Der Hausarzt notiert: "Patient klagt über typische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule aufgrund einer Fehlstellung mit anschließendem Verschleiß".

Nur in seltenen Fällen drückt ein Bandscheibengewebe auf einen Nerv. Die ausstrahlenden Beschwerden werden eher durch andere Gelenke (z.B. die kleinen Wirbelgelenke) verursacht. Wenn der Gelenkknorpel verschleißbedingt zurückgeht, kommt es zu Reizungen der Nerven, die Schmerzen verursachen. Der Körper reagiert auf diese Schmerzen mit

Muskelverspannungen, die wiederum die Schmerzen noch verstärken. Es entsteht ein "Teufelskreis", der glücklicherweise mit einem schmerzstillenden Antirheumatikum durchbrochen werden kann.

Weil Herbert M. zusätzlich eine sehr schwache Rückenmuskulatur besitzt, befindet sich sein Becken nicht in der richtigen Stellung, so dass die Wirbelsäule nicht optimal "schwingen" kann. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Schmerzen auf längere Sicht wieder los zu werden, ist das "Kräftigen der Muskulatur im Bauch- und Rückenbereich".

Der Hausarzt verordnet deshalb eine Bewegungstherapie.
Gegen die akuten Schmerzen erhält Herbert M. zusätzlich ein Antirheumatikum, damit er die Bewegungsübungen ohne Schmerzen ausführen kann.

Die Erkrankung

An der Wirbelsäule gibt es Verschleißerscheinungen wie an jedem anderen Gelenk. Man unterscheidet
Diskopathie = Verschleiß der Bandscheiben
Spondylose = Verschleiß an den Wirbelkörpern
Spondylarthrose = Verschleiß an den Zwischenwirbelgelenken

Die Beschwerden können in den drei Bereichen auftreten:
  • Halswirbelsäule
  • Brustwirbelsäule
  • Lendenwirbelsäule

Die Bandscheiben sind elastische Puffer, die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule Stöße abfangen und dadurch austretende Nerven und das Rückenmark vor Quetschungen schützen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben an Elastizität. Ihre Höhe nimmt ab und der Raum zwischen den Wirbeln wird enger. Wie bei jedem Gelenk entsteht bei einem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit ein vorzeitiger Verschleiß. Dies kann der Fall sein bei schwerer körperlicher Arbeit über lange Zeiträume, während des Wachstums und bei einseitiger schwerer Belastung. Verschleißerscheinungen treten auch auf bei einer ausgeprägten Beinlängendifferenz oder einer angeborenen bzw. erworbenen Wirbelsäulen-Fehlhaltung.

Im Lauf der Zeit ist die Wirbelsäule immer weniger in der Lage, die Stöße abzufedern, die durch das Körpergewicht oder das Gehen auf sie einwirken. Das kann dauerhafte Schmerzen in der Wirbelsäule verursachen.

Werden die Bandscheiben dünner, verliert die Wirbelsäule ihre ursprüngliche Stabilität. Die Muskulatur kann dies nicht mehr ausgleichen und verspannt sich. In dem umgebenden Gewebe kommt es zu einer Entzündung, eine Arthrose der kleinen Zwischenwirbelgelenke (Spondylarthrose) entsteht.

Behandlung

Wie bei der Behandlung der Arthrose anderer Gelenke wird die Wirbelsäule durch gezielte Bewegungstherapie beweglich gehalten. Die einzelnen Gelenke werden durch die Stärkung der sie umgebenden Muskulatur entlastet. Das Zusammenspiel der Muskeln, Sehnen und Bänder, das die Wirbelsäule entlastet, ist jedoch wesentlich komplizierter als bei anderen Gelenken. Die Bewegungsprogramme sind deshalb auch umfangreicher.

Ganz entscheidend für den langfristigen Erfolg der Behandlung ist die richtige Körperhaltung in allen Belastungssituationen im Alltag. Gegen die anfänglichen Schmerzen verordnet oder empfiehlt der Arzt meist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Antirheumatikum.